Info-Veranstaltung zu Unterkünften für Geflüchtete

In Ludwigsburg stehen zurzeit nicht genügend Unterkünfte für geflüchtete Menschen zur Verfügung. Deshalb wird die Stadtverwaltung an mehreren Standorten Wohnmodule aufbauen. Bei einer Veranstaltung informiert sie gemeinsam mit dem Landkreis darüber, wo sich diese befinden und wie der Zeitplan aussieht.

Stadt und Landkreis Ludwigsburg schaffen weitere Unterkünfte für geflüchtete Menschen. Die Details zu den Standorten sowie zum vorgesehenen Zeitplan erläutert die Stadtverwaltung in einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Montag, 17. Juli, um 19.30 Uhr im Reithaus, Königsallee 43. Die Veranstaltung wird außerdem live im Internet zu verfolgen sein. Von der Startseite der städtischen Homepage www.ludwigsburg.de führt am Montag ein Link zum Stream.

Bei der Veranstaltung informieren Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht, weitere Mitglieder der Ludwigsburger Verwaltungsspitze sowie Fachleute der Stadtverwaltung und des Landkreises. Im Vorfeld können über die Internetplattform „Mein LB“ (www.meinlb.de/informationsveranstaltung) Fragen eingereicht werden. Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist nicht erforderlich.

Gemeinsame Aufgabe von Stadt und Landkreis

Die Aufnahme geflüchteter Menschen erfolgt in Baden-Württemberg nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz. Stadt und Landkreis Ludwigsburg haben gemeinsam die Aufgabe, das Ankommen, die Unterbringung und die Integration von geflüchteten Menschen bestmöglich zu gestalten. Dabei ist der Landkreis für die so genannte vorläufige Unterbringung von Geflüchteten verantwortlich, die Stadt für die Anschlussunterbringung. Das heißt: Kommunen sind dann für die Geflüchteten zuständig, sofern diese keine eigene Wohnung finden.

Ludwigsburg hat sich für eine dezentrale, integrierte Unterbringung entschieden. Soweit möglich, kommen Geflüchtete in kleineren Unterkünften im gesamten Stadtgebiet unter. Die Stadt erhielt zahlreiche Mietangebote von Menschen in Ludwigsburg. Darüber hinaus hat sie das ehemalige Hotel Krauthof, die Wohnmodule in der Schlieffenstraße sowie das ehemalige Seniorenheim „Haus am Salon“ angemietet. Diese Unterkünfte reichen jedoch nicht aus, um alle Geflüchteten unterzubringen sowie die Zuteilungsquote des Landkreises für Asylbewerber*innen erfüllen zu können. Die Stadt muss weitere Kapazitäten aufbauen.

„Weltweit sind derzeit mehr als 100 Millionen Menschen auf der Flucht vor Verfolgung, Gewalt, Konflikten und Menschenrechtsverletzungen“, betont Oberbürgermeister Dr. Matthias Knecht. „Das sind so viele wie seit Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Dabei spüren wir die Auswirkungen eines fehlenden gerechten europäischen Verteilsystems ganz konkret in Ludwigsburg. Allein in diesem Jahr fehlen uns noch Unterbringungsplätze für etwa 300 Geflüchtete, die hier bei uns Zuflucht suchen werden. Es besteht also die dringende gesetzliche Verpflichtung, für diese Menschen möglichst schnell Wohnraum zu schaffen.“

Wohnmodule auf öffentlichen Flächen

Das Ziel der Stadtverwaltung sei es nach wie vor, die Belegung von Sport- und Gemeindehallen zu vermeiden. „Es hat in unseren Überlegungen oberste Priorität, den Ludwigsburger Schul-, Sport- und Kulturbetrieb nur im absoluten Notfall einzuschränken“, so der OB. Deshalb werden für die Unterbringung der Geflüchteten Wohnmodule zum Einsatz kommen. „Um die Belegung der Hallen an sich zu vermeiden, müssen wir auf Parkplätze und andere Flächen in öffentlicher Hand ausweichen“, erklärt Oberbürgermeister Knecht weiter.

Konkret will die Stadtverwaltung den Parkplatz der Mehrzweckhalle im Stadtteil Oßweil sowie ein Baufeld im westlichen Bereich des zukünftigen Wohngebiets Fuchshof in der Oststadt mit Wohnmodulen bebauen. Außerdem ist vorgesehen, dem Landkreis Ludwigsburg drei Standorte zur Belegung mit Wohnmodulen für Geflüchtete in der vorläufigen Unterbringung zu vermieten: den Parkplatz Kugelberghalle im Stadtteil Hoheneck, die Grünfläche Monreposstraße/Straßenäcker im Stadtteil Eglosheim sowie den Parkplatz Ostfriedhof im Stadtteil Oßweil.

„Uns ist aber auch klar, dass wir mindestens zwei bis drei weitere Standorte brauchen, um unserer gesetzlichen Pflicht nachkommen zu können. Hier streben wir auf jeden Fall an, diese Standorte nicht in Grünbühl, Eglosheim oder Oßweil zu planen, da diese drei Stadtteile von bestehenden oder nun beginnenden Maßnahmen bereits in hohem Maße herausgefordert sind oder sein werden“, betont Matthias Knecht. (Karin Brühl/red)

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